Als Demenz wird eine anhaltende oder fortschreitende Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Denkens oder anderer Gehirnleistungen bezeichnet. Mit dem Begriff Demenz wird keine bestimmte Krankheit bezeichnet, sondern das gemeinsame Auftreten von bestimmten Symptomen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlicher Natur. Insgesamt umfasst die Demenz mehr als 50 Krankheitsformen, wie beispielsweise Alzheimer oder vaskuläre Demenz.

Demenz Formen

Auch wenn sich die Symptome einer Demenz meist ähneln, werden sie doch durch verschiedene Störungen hervorgerufen. So kann eine Demenz beispielsweise durch Erkrankungen der Nervenzellen, aber auch durch verschiedene Stoffwechselstörungen verursacht werden. Außerdem können auch Mischformen aus verschiedenen Demenzformen auftreten, was die genaue Zuordnung der Erkrankung zusätzlich erschwert. Im folgenden werden die häufigsten Formen der Demenz vorgestellt:
Alzheimer
Alzheimer ist mit schätzungsweise 70% die häufigste Demenzerkrankung. Bei der Alzheimerkrankheit ist die Konzentration des Nervenbotenstoffes Acetylcholin im Gehirn stark vermindert. Dadurch wird die Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen stark gestört. Infolgedessen entstehen bei den Betroffenen Gedächtnisprobleme und Orientierungsprobleme. Auch das logische Denken wird durch die Krankheit negativ beeinflusst. Dadurch fällt es den Erkrankten immer schwerer, den Alltag alleine zu bewältigen. Mit Fortschreiten der Krankheit, sind die Betroffenen mehr und mehr auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Am Ende erkennen sie meist nicht einmal mehr ihre engsten Angehörigen.

Lewy-Körperchen-Demenz

Diese Form der Demenz ist mit circa 20% die zweithäufigste Demenzform. Hierbei werden vor allem die Nervenzellen in der Großhirnrinde und im Hirnstamm zerstört. Dadurch wird die Bildung des Nervenbotenstoffes Dopamin verringert, wodurch die Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen gestört wird. Betroffene leiden bereits im Anfangsstadium unter Halluzinationen, die häufig wiederkehren. Auderdem kommt es zu starken Schwankungen im- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögen, welche stark von der Tagesform des Erkrankten abhängen. Außerdem treten Symptome des Bewegungsapparates auf, wie beispielsweise unwillkürliches Zittern der Hände oder allgemein verlangsamte Bewegungen.

Vaskuläre Demenz

Diese Demenzform macht circa 10-15% der Erkrankungen aus. Diese Form der Demenz kann entstehen, wenn das Gehirn zu wenig durchblutet wird oder die Nervenzellen über kurzr oder längere Zeit mit zu wenig Sauerstoff versorgt wurden. Durch den Mangel an Sauerstoff, werden die Nervenzellen dauerhaft geschädigt. Als mögliche Ursachen kommen zu Beispiel Gehirntumore, Schlaganfälle oder schwere Schädel- und Hirnverletzungen in Frage.

Demenz: Symptome und Verlauf

Die Ausprägung der Symptome bei einer Demenzerkrankung hängt von der Demenzform und der betroffenen Bereichen des Gehirns ab. Auch das Stadium der Demenz spielt bei der Ausprägung der Symptome eine große Rolle. Oft bleibt eine Demenzerkrankung über Jahre hinweg unerkannt, da die Beeinträchtigungen zu Beginn nur sehr leicht sind und den Alltag des Betroffenen nicht beeinflussen.
Die Alzheimerkrankheit beginnt zunächst mit Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen. Im weiteren Verlauf nehmen die kognitiven Fähigkeiten immer mehr ab, sodass Betroffene ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe bewältigen können. Das Gedächtnis verblasst mehr und mehr, die zeitliche und örtliche Orientierung geht verloren und auch die sprachliche Verständigung funktioniert immer weniger. Außerdem treten Verhaltensänderungen, wie Reizbarkeit, Unruhe oder Antriebslosigkeit auf. Im Verlauf nimmt auch die Kontrolle über den eigenen Körper immer mehr ab. Es kommt zu Krampfanfällen, Ernährungsstörungen und Probleme bei der Kontrolle von Blase und Darm. Im Endstadium sind die Betroffenen häufig bettlägerig und vollständig pflegebedürftig. Die Erkrankten sind sehr anfällig für Infektionen und die häufigste Todesursache von Alzheimerkranken ist eine Lungenentzündung. Der Krankheitsverlauf ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen. Im Schnitt vergehen 8-10 Jahre zwischen dem Beginn der ersten Symptome und dem Ableben des Erkrankten.
Bei der Lewy-Körperchen-Krankheit stehen Bewegungsstörungen als Symptom im Vordergrund. Störungen des Gedächtnisses sind hier zweitrangig. Zu den häufigsten Symptomen zählen Steife der Gliedmaßen, unsichere Körperhaltung mit Neigung zu Stürzen, verlangsamte Bewegungsabläufe und mimische Starre. Außerdem sind heftige Bewegungen während der Traumphasen charakteristisch, welche zu Verletzungen führen können. Außerdem werden im Verlauf automatisch regulierte körperliche Fähigkeiten beeinträchtigt, was zu Blutdruckschwankungen und Inkontinenz führen kann. Diese Form der Demenz schreitet im Allgemeinen schneller fort als die Alzheimerkrankheit.

Demenz: Diagnose

Die Diagnosefindung bei der Demenz erfolgt in zwei Schritten. Als Erstes werden die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen untersucht. Dazu dient am häufigsten der Mini-Mental-Status-Test. Dabei werden dem Betroffenen verschiedene Fragen gestellt, um die wichtigsten geistigen Funktionen zu untersuchen, wie Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit, Orientierungssinn, Lesen und Rechnen. Zusätzlich wird in Gesprächen mit Angehörigen festgestellt, inwiefern sich Persönlichkeit, Verhalten, Stimmung und Antrieb der Person verändert haben.
Im zweiten Schritt muss die Ursache für die Beeinträchtigungen geklärt werden. Dazu wird zunächst die Krankengeschichte des Patienten näher betrachtet, beispielsweise Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen in der Vergangenheit, Erkrankungen in der Familie oder Suchtmittelmissbrauch. Zusätzlich sollten durch eine körperliche Untersuchung uns eine Labordiagnostik des Blutes und des Urins andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zur erstmaligen Diagnostik einer Demenz gehört außerdem eine Computer- oder Kernspintomografie, um das Gehirn bildlich darzustellen und mögliche Tumore, Blutungen oder Schrumpfungen bestimmter Gehirnabschnitte infolge von Nervenzellverlust zu erkennen.
Am Ende werden die Ergebnisse aus den Befragungstest und der Bild- und Labordiagnostik kombiniert und so entschiedenen, ob es sich um eine Demenz oder eine andere Erkrankung handelt.

Demenz: Behandlung

Bei der Behandlung sollte zunächst darauf geachtet werden, dass der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten stabil bleibt. Dazu gehört eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, genügend Bewegung und eine regelmäßige körperliche Untersuchung, um mögliche Beeinträchtigungen möglichst schnell behandeln zu können.
Außerdem gibt es Medikamente, die die kognitiven Leistungen und die Alltagsfähigkeiten des Betroffenen ausrechterhalten können. So gibt es verschiedene Cholinesterase-Hemmer, die die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen verbessern und so bestimmte Symptome verringern. Zur Abschwächung von Verhaltensänderungen, die Aggressivität oder Depressionen können Neuroleptika und Antidepressiva eingesetzt werden. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass diese Medikamente starke Nebenwirkungen haben können, die den Allgemeinzustand auch zusätzlich verschlechtern statt verbessern können. Auch nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden, wie Ergotherapie, Musiktherapie oder Erinnerungstherapie haben sich in den letzten Jahren bewährt.
Durch die Medikamente und die anderen Therapieformen kann das Fortschreiten der Symptome leider nur verlangsamt werden, eine Heilungsmöglichkeit bei Demenzerkrankungen gibt es jedoch nicht.