Reizdarmsyndrom
Das Reizdarmsyndrom beschäftigt Wissenschaftler seit über 100 Jahren. Etwa 15 Millionen Menschen allein in Deutschland leiden darunter, weshalb es mittlerweile zu den Volkskrankheiten zählt. Unter dem Reizdarmsyndrom verstehen Mediziner eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts, wobei keine organischen Ursachen festgestellt werden können. Deshalb haben die Betroffenen auch häufig einen langen Leidensweg hinter sich, bis das Reizdarmsyndrom festgestellt wird.
Reizdarm Symtome
Die Symptome eines Reizdarms sind individuell sehr unterschiedlich. Zu den typischen Symptomen zählen Durchfall und Verstopfung, die sich gegenseitig abwechseln. Außerdem treten häufig Blähungen und Bauchkrämpfe auf. Außerdem berichten betroffene über Bauchschmerzen, Völlegefühl, schleimigen Stuhlgang und das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung.
Je nach Hauptsymptomen unterscheiden Mediziner vier Typen des Reizdarms:
1.Der Durchfalltyp, der mehrmals täglich (mindestens 3 Mal) unter sehr weichem bis flüssigen Stuhlgang leidet.
2. Der Verstpfungstyp, der unter sehr hartem Stuhl und seltenem Stuhlgang leidet (maximal 3 Mal pro Woche.
3. Der Reizdarmtyp mit gemischtem Stuhlverhalten, der gleichzeitig unter Durchfall und Verstopfung leidet.
4. Der Reizdarmtyp ohne Subtyp, der sich aufgrund des Stuhlverhaltens in keine der obengenannten Gruppen einordnen lässt.
Reizdarm Diagnose
Die Diagnose eines Reizdarms gestaltet sich oft als sehr schwierig, da es keinen spezifischen Test zur Bestätigung eines Reizdarms gibt. Dadurch, dass die Betroffenen über ständige Beschwerden berichten, für die sich keine organische Ursache finden lasst, werden Betroffene häufig als Simulanten abgestempelt. Infolgedessen ziehen sich die Erkrankten häufig zurück und fühlen sich unverstanden, was den Leidensdruck noch zusätzlich verstärkt.
Da es keinen direkten Nachweis für die Erkrankung gibt, wird die Diagnose durch das Ausschlussverfahren gestellt. Das Reizdarmsyndrom wird erst festgestellt, nachdem alle Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, wie Morbus Crohn, Laktoseintoleranz oder Darmkrebs, ausgeschlossen werden konnten. Hierzu sind verschiedene Untersuchungsmethoden notwendig, wie eine Darmspiegelung, eine Laboruntersuchung von Blut, Urin und Stuhl oder eine Ultraschalluntersuchung. Diese Untersuchungen bleiben bei einem Reizdarm alle ergebnislos, da der Erkrankung keine organische Ursache zugrunde liegt.
Reizdarm Behandlung
Lange Zeit konnten bei Patienten mit dem Reizdarmsyndrom nur die Symptome und nicht die Ursache behandelt werden. Die Behandlung richtet sich dabei nach den individuellen Beschwerden. So werden krampflösende Mittel bei Schmerzen eingesetzt, Psychopharmaka bei stressbedingten Beschwerden oder Prokinetika bei einer verlangsamten Magen-Darm-Tätigkeit. Diese Behandlungsansätze können jedoch immer nur einzelne Symptome lindern und außerdem keine langfristige Linderung bringen. Außerdem können viele gängige Medikamente Nebenwirkungen verursachen.
Inzwischen gibt es jedoch eine vielversprechende Möglichkeit, die an der Ursache des Reizdarmsyndroms ansetzt. Spezielle Bifidobakterien werden eingesetzt, um die Barrierefunktion des Darm zu stärken und so das Eindringen von Schadstoffen zu verhindern. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung ist der richtige Bakterienstamm. Bifidobakterien aus probiotischem Joghurt haben beispielsweise nicht den gewünschten Effekt. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte nur für den Bakterienstamm B. bifidum MIMBb75 eine Wirkung nachgewiesen werden. Die Einnahme von diesen Bifidobakterien stellt eine sehr vielversprechende Therapieform beim Reizdarmsyndrom dar, da sie keine Nebenwirkungen verursacht und langfristig wirksam ist. Die Therapie mit Bifodobakterien setzt an der Ursache des Reizdarms an und behandelt nicht nur kurzfristig die Symptome.
Auch durch die Ernährung kann man die Symptome des Reizdarms lindern. Man sollte auf zu große Essensportionen verzichten, regelmäßig essen und immer gut kauen. Außerdem sollte man es vermeiden, unter Zeitdruck oder zu später Stunde zu essen. Außerdem sind mehrere kleine Portionen über den Tag v erteilt verträglicher, als drei große Mahlzeiten. Betroffene sollten außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und Getränke mit Kohlensäure vermeiden. Blähende Lebensmittel sollten vermieden werden und es sollte darauf geachtet werden, möglichst ausgewogen zu essen (viel Obst und Gemüse, ausreichend Ballaststoffe). Auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten sollte möglichst verzichtet werden. Auch Weißmehl und Zucker können sich negativ auf die Symptome auswirken.
Aber auch hier gilt wieder, dass diese Tipps kein Allheilmittel sind und individuell verschieden sind.